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Gartenschau-Kosten bei 35,5 Millionen

Deggendorfer Zeitung vom 03.12.2011

 

Kämmerer legt Stadtrat aktuellen Überblick vor − Kostendeckel mehrfach angehoben

 

Von Stefan Gabriel

 

Deggendorf. Der Streit um die Landesgartenschau ist ein Streit um die Kosten. Die Kritiker aus den Reihen von Freien Wählern, SPD und JL/FDP sehen mittlerweile die Prophezeiung eingetroffen, das Projekt werde viel mehr kosten als zunächst angegeben.

 

Kämmerer Bernd Schober legte dem Stadtrat eine umfangreiche Übersicht zum Kostenstand vor. Demnach lagen die Gesamtkosten bis zur Stadtratssitzung vergangenen Montag bei knapp 34,9 Millionen Euro, wovon die Stadt 18,3 Millionen zu tragen hat. In der Sitzung wurde eine Erhöhung des Kostenrahmens fürs Parkdeck um 635 000 Euro beschlossen, womit die Gesamtkosten mittlerweile bei 35,5 Millionen Euro liegen. Im Juni waren es noch 33,8 Millionen.

 

Der Kostenrahmen geht zurück auf die Stadtratssitzung vom 25. Juni 2007. Damals, kurz nach der Vergabe der Landesgartenschau an Deggendorf, hatte Schober eine erste Schätzung vorgelegt, wieviel die Stadt investieren muss. Für eine „Grundvariante“ auf der Basis der Bewerbung um die Großveranstaltung kam Schober damals auf 30 Millionen Euro bei geschätzten 50 Prozent Förderung − also 15 Millionen für die Stadt. In der Abschätzung waren damals allerdings auch 4,5 Millionen Euro für die Erweiterung der Stadthalle enthalten. Mittlerweile gilt die Stadthalle II längst nicht mehr als Gartenschau-Projekt, was die zum Teil recht unterschiedlichen Kostenberechnungen von Rathaus und Gartenschau-Gegnern erklärt.

 

In dieser Sitzung im Sommer 2007 beschloss der Stadtrat einen Kostendeckel: Die Landesgartenschau solle die Stadt nicht mehr als 15 Millionen Euro kosten. Dieser Rahmen (30 Millionen einschließlich der Fördermittel) wurde auch zur Vorgabe im Wettbewerb, den die Berliner Planer Axel Klapka und Gunnar Tausch gewannen. Mehrmals hat der Stadtrat mittlerweile den Kostenrahmen per Beschluss erhöht auf die mittlerweile 35,5 Millionen Euro (ohne Stadthalle II).

 

Die gravierendste Kostensteigerung gab es bei der Radlerbrücke über die Donau. 3,2 Millionen Euro lautete die erste Vorgabe. Bei der Vorstellung ihres Entwurfs im Stadtrat Ende 2008 verprachen Klapka und Tausch noch, sich daran zu halten. Ein dreiviertel Jahr später waren es 6,17 Millionen, im März 2010 dann 7,9 Millionen und heute steht die Brücke mit 8,76 Millionen in Schobers Übersicht.

 

Das Parkdeck unter den Deichgärten ist seit Montag mit 9,05 Millionen Euro veranschlagt. Hier ging es bei den Kosten nicht immer nur nach oben. So wurde im März 2010 ein zweigeschossiges Parkdeck mit 604 Parkplätzen für 10,6 Millionen beschlossen. Doch wenige Monate später wurde klar, dass ein zweigeschossiges Parkhaus wegen des problematischen Bodens mehrere Millionen Euro mehr kosten würde. Deshalb beschloss man im Herbst eine eingeschossige Variante mit 435 Stellplätzen und weitere 250 Stellplätze auf einem Parkplatz, der derzeit mit 858 000 Euro angesetzt ist.