Kostenexplosion: Parkdeck Landesgartenschau bröckelt
Wochenblatt vom 23.06.2010
Weitere Varianten für nötige Parkplätze werden geprüft
Die Planungen für die Landesgartenschau haben einen herben Rückschlag erlitten.
Von Hannes Lehner
Ein Beben geht durch Deggendorf. Denn das zentrale Projekt der nächsten Jahre, die für 2014 geplante Landesartenschau (LGS), bereitet mächtige Probleme. Das Herzstück der Schaum die blühenden Deichgärten mit zwei Parkdecks, die Platz für gut 600 Autos bieten sollen, können wohl nicht so wie geplant verwirklicht werden. Damit könnte sogar die gesamte LGS im Feuer stehen.
Jahrelang bemühte sich Deggendorf schon unter den Zeiten von Alt-OB Dieter Görlitz um die Landesgartenschau. Die erste Bewerbung ist gescheitert. Umso größer war die Freude, als Deggendorf doch noch unter dem Motto „Brückenschlag Donau - Ufer verbinden, Grenzen überwinden" den Zuschlag erhielt.
Inzwischen ist die Euphorie etwas abgeklungen. Die LGS-Planer müssen sich mit den Realitäten herumschlagen. Und statt Ufer zu verbinden, werden die Gräben größer, sowie die Stimmen gegen eine Landesgartenschau lauter. Denn je näher das Jahr 2014 rückt, umso größer werden die Probleme. Und nicht alle Projekte finden Zuspruch. So etwa die für 7,9 Millionen Euro geplante Fuß- und Radfahrerbrücke, die „vom Nichts ins Nichts führt" wie ein Kritiker findet. „Brauchen wir einen Landesgartenschaum können wir sie uns leisten?", fragt sich nicht nur SPD-Stadtrat Ambros Pronold.
Jetzt werden die LGS-Gegner neue Nahrung bekommen. Denn das Herzstück der Deggendorfer Schau, die Deichgärten mit zwei Parkdecks und gut 600 Stellplätzen, entpuppen sich als Wackelkandidat.
Offenbar kann das zweite Parkdeck nicht so wie geplant verwirklicht werden. Stadträte sprechen sogar schon offen davon, das zweite Parkdeck sei gestorben.
Bohrpfähle lassen die Kosten steigen
„Da kann man noch nichts endgültiges sagen", meint Landesgartenschau-Planer Klaus Busch dazu. „Wir erstellen gerade ein ökologisches Gutachten."
Konkreter wird Oberbürgermeisterin Anna Eder. „Gestorben ist noch gar nichts!", betont sie. Die Rathauschefin ist stinksauer, dass die Probleme schon jetzt in der Öffentlichkeit zerredet werden.
„Was glauben denn die Herren wie man eine Stadt voranbringt?", fragt sie rhetorisch an die Adresse jener, die das zweite Parkdeck bereits verloren geben. Denn entschieden sei noch lange nichts. Jedes Projekt sei die Folge dessen, was am Ende machbar ist und nicht, was man sich am Anfang vorstellt, betont sie. Genauso sei es nun auch mit dem zweiten Parkdeck. die Rathauschefin räumt aber ein, dass die anvisierten Kosten von acht Millionen netto für die beiden Parkdecks wohl nicht zu halten sind. Offenbar gibt es statische Probleme. Die nun nötigen Bohrpfähle würden die Baukosten explodieren lassen. „Das mache ich nicht", so Eder. Die OB betont, es müsse alles im Kostenrahmen bleiben. Und es dürfe auch nicht zu Verzögerungen kommen. „Jetzt werden unterschiedliche Varianten geprüft", sagt das Stadtoberhaupt. Und dann müsse der Stadtrat entscheiden. Das zweite Parkdeck bröckelt damit gewaltig.
Eventuell woanders ein zweites Parkdeck
Vielleicht könnte man ja anderswo ein zweites Parkdeck errichten, spekuliert sie. „Schlimmstenfalls müssen wir halt die Landesgartenschau zurückgeben", poltert Anna Eder.
Mit dieser drastischen Einschätzung steht sie nicht mehr ganz allein. „Die Deichgärten sind das Herzstück der Landesgartenschau", weiß Dr. Georg Meiski. Wenn die nun nicht verwirklicht werden können, stehe die Landesgartenschau auf tönernen Füßen.
Dabei gibt es auch Positives zu berichten. Die Verlegung der ESV-Tennisplätze, die in der Nähe der Lebenshilfe angesiedelt werden sollen, ist wohl endgültig in trockenen Tüchern. Der Stadtrat wird demnächst in nichtöffentlicher Sitzung darüber entscheiden.
