A A A
 

Landesgartenschau: Bürger hatten das Wort

Plattlinger Anzeiger vom 13. Mai 2010

 

Forum im Alten Rathaus - Ideen für die optische und kulturelle Gestaltung


Deggendorf. (ga) Oberbürgermeisterin Anna Eder und die Geschäftsführung der Landesgartenschau GmbH hatten am Dienstagabend ins Alte Rathaus eingeladen, um in einem zweiten Termin die Ideen und Anregungen der Bürger für die Gestaltung der Schau zu diskutieren und gleichzeitig den Stand der Planungen vorzustellen.

Anna Eder dankte zu Beginn allen, die bereits jetzt ihre Vorstellungen eingebracht hatten, vor allem dem Freundeskreis Landesgartenschau, den Geschäftsführerinnen Ingrid Rott-Schöwel und Waltraud Tannerbauer, und „dem, der da so traurig schaut" - gemeint war Bernd Schober, der Stadtkämmerer und Hüter der Finanzen für die Laga.
Moderatorin Ingegerd Schäuble (Schäuble-Institut für Sozialforschung, München) stellte die Intentionen der Schau vor. Es gehe darum, nicht nur für, sondern mit der Bevölkerung zu planen, damit auch die Nachhaltigkeit für spätere Generationen und die kulturelle Ausgestaltung nicht zu kurz kämen.
Es gehe um die Darstellung der Frage „Wo stehen wir?", weil viele Bürger ja sowohl positiv wie manchmal auch negativ betroffen seien. Um ein Korsett für die Ideen der Bürger zu schaffen, habe man einen Frage-/Antwortbogen für Verbesserungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten aufgelegt, der es den Planern erleichtere, diese Ideen zu sichten und zu ordnen.
Ingrid Rott Schöwel berichtete über die wichtigsten baulichen Vorhaben und deren Verwirklichung, für die Projektkoordinator Klaus Busch zuständig ist. Die Umgestaltung des Stadthallenparks sei bereits in Arbeit, die Planungen für den Baumvorhang entlang der Neusiedler Straße, die Verlegung der ESV-Tennisplätze, die Erdarbeiten für die Deichgärten und das Parkhaus, die Donaupromenade und die weiteren Bauarbeiten für Grünflächen und Spielplätze, auch im Zusammenhang mit der Erweiterung der Hochschule seien am Laufen.

Marketing-Konzept
Markus Pühringer (Atelier & Friends) stellte das Marketing-Konzept vor. Das inzwischen festgelegte Logo sei gut geeignet, Informationen zu geben durch den Namen „Donaugartenschau", der farblich abgesetzt sei („Donau" in Blau, „Garten" in Grün und „Schau" in Rot als Zeichen für Aktivität und Lebendigkeit). Dazu komme das Signet in einer modernen Form- und Farbsprache, das sich auch gut in Einzelteile zerlegt für Fahnen, eine Buslackierung, Taschen und Merchandising-Artikel eigne, und schließlich die Information über Ort und Dauer der Veranstaltung. Nun sei es notwendig, Aktivitäten für die Laga ins Auge zu fassen und die gesamte Dramaturgie zu durchdenken, basierend auf den Schwerpunkten „Donau/Wasser" und „Brückenschlag". In der anschließenden Diskussion kamen die Bürger zu Wort. Georg Kestel vom Bund Naturschutz fragte nach der finanziellen Ausstattung für Aktivitäten, die die Laga mit Leben füllen sollen. Er denke dabei an Fahrten mit der „Takatuka" oder gar an ein Boot mit Glasboden, um den Grund der Donau betrachten zu können, was OB Anna Eder dazu brachte, die Sponsorenfrage aufs Tapet zu bringen.

„An Zuschüsse denken"
Leo Achatz und Hans-Günter Emler vermissten die bessere Einbindung des Bogenbachs zumindest bis zur Bahnhofstraße. Hier sag Eder wenig Möglichkeiten, weil „es sonst zu viel" werde. Man müsse auch an die Zuschüsse denken. Emler brachte zudem die Versorgung mit Essen und Trinken ins Spiel. Da sei wichtig, die Besucher auch in die Stadt zu locken, konterte Eder. Gefordert wurden ein Wohnmobil-Stellplatz, der eventuell anstelle des Campingplatzes in der Nähe der Lebenshilfe an der Neusiedler Straße entstehen könnte, sowie Transportmöglich-keiten für die Besucher, etwa in Form einer Bimmelbahn oder Kutschen. Rudolf Weber, der Vorsitzende des Kunstvereins, fasst eine Ausstellung ins Auge. Für Hans Hofmann und den Alpenverein mit Poidl Hausinger sind die Berge des Bayerwalds und deren Granit etwas, was eingebunden gehört, etwa in Form eines Kletterturms.
Kreisbäuerin Maria Biermeier schließlich stellte heraus, dass das „Tor zum Bayerischen Wald" und die verschiedenen Formen der Böden zu landwirtschaftlichen Nutzung im Landkreis visualisiert werden sollten, etwa in „Schauäckern" in Fischerdorf. Weiterhin regte sie ein Konzert der Landfrauenchöre an, um auch die Musik zum Tragen zu bringen, was auch Hans-Günter Emler bereits gefordert hatte.
Ingegerd Schäuble stellte abschließend fest, dass viele gute Ideen geboren worden seien und vielleicht auch noch bis zum Jahresende geboren werden. Wesentlich sei zunächst, den baulichen Rahmen zu schaffen und dann erst an die kulturelle Ausgestaltung der Landesgartenschau zu denken.