„Brückenschlag soll Menschen verbinden“
Donau-Anzeiger vom 12.05.2007
Oberbürgermeisterin Anna Eder verrät Details über Pläne zur Landesgartenschau
Deggendorf. Zahlreiche Impulse für Stadt und Region erwartet Oberbürgermeisterin Anna Eder von der für 2014 geplanten Landesgartenschau. Mit unserer Zeitung sprach das Stadtoberhaupt darüber, was sich in Deggendorf unter dem Motto „Brückenschlag" konkret verändern wird. Im Folgenden das Interview im Wortlaut.
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, welche konkreten Impulse erwarten Sie von der Landesgartenschau im Jahr 2014 in Deggendorf?
Das Leitthema „Brückenschlag" steht nicht nur für eine konkrete neue Brücke über die Donau, sondern für eine Verbindung zwischen den Menschen und Kulturen auf beiden Ufern der Donau. Ganz konkret erwarten wir, dass wir das Spannungsfeld zwischen Altstadt und Donauufer lösen können und dass wir diesen Bereich noch mehr mit Leben füllen werden. Ich glaube, dass uns die Landesgartenschau eine riesige Chance bietet, und dass Stadt und Region dadurch einen großen Schritt vorankommen.
Was ist nach dem derzeitigen Planungsstand das Besondere an der Landesgartenschau?
Wir wollen 2014 nicht nur mit blühenden Landschaften überzeugen, was für mich zählt, ist die Nachhaltigkeit. Im Zuge der Gartenschau sollen quasi in einem Aufwasch Projekte verwirklicht werden, die ohnehin dringend notwendig sind. Dazu zählt die Stadthallen-Erweiterung ebenso wie der Hochwasserschutz, die Schaffung neuer Parkplätze und auch die Einbindung eines möglichen FH-Erweiterungsbaus in die Landschaft und ins Stadtbild. Mit den „Deichgärten" wollen wir etwas ganz Besonderes verwirklichen: Von diesem landschaftlich erhöhten Bereich aus wird man auf die Donau wie auch auf die Berge des Bayerischen Waldes blicken können - wie von einer gewaltigen, bunt bepflanzten Aussichtsplattform aus. Darin „versenken" sollen wir beispielsweise einen Teil der dringend erforderlichen neuen Parkplätze.
Ist bei der Lage eine gewisse räumliche Gliederung vorgesehen?
Wir wollen einen urbanen Bereich auf der Seite der Innenstadt schaffen, dazu einen eher ländlichen auf der Fischerdorfer Seite. Die mittels der neuen Brücke begehbare Donau-Insel soll Ursprünglichkeit und Natürlichkeit repräsentieren. Ich bin überzeugt, dass wir in Deggendorf eine Landesgartenschau haben werden, die unverwechselbar ist. Die Menschen in Stadt und Landkreis und darüber hinaus werden begeistern sein.
Wie groß wird die finanzielle Herausforderung sein?
Unser Finanzierungskonzept wollen wir dem Stadtrat bereits in der Juni-Sitzung vorlegen. Auch eine Prioritätenliste wollen wir aufstellen. Eines steht fest: Es wird ein finanzieller Kraftakt, aber alle Projekte dienen der nachhaltigen Stadtentwicklung. Dies war im Vorfeld jedem klar. Mein Ziel ist es, alle in Betracht kommenden Fördertöpfe auszuschöpfen. Ich wünsche mir darüber hinaus einen auch in Kostenfragen parteiübergreifenden Weg. Alle - oder fast alle - haben die Landesgartenschau gewollt, und jetzt wünsche ich mir, dass wir auch bei der Verwirklichung alle an einem Strang ziehen. Ich bin davon überzeugt: Wir werden das schaffen!
Wie sieht es mit dem Zeitplan aus - wann fällt der erste „Startschuss"?
Wir müssen möglichst rasch beginnen, dann sieben Jahre sind bei der Aufgabe, die vor uns liegt, nicht viel. Zunächst geht es darum, den europaweit laufenden Realisierungswettbewerb für die Gestaltung möglichst bald zu initiieren. Ich hoffe, dass wir dann bereits im kommenden Jahr „in die Vollen" gehen und mit den Erdbauarbeiten beginnen können.
